Paderborn ist Fairtrade-Stadt

Damit hat die Stadt Paderborn einen entsprechenden Beschluss des Paderborner Rates umgesetzt. Im Download-Bereich unten auf der Seite können Sie den Weg Paderborns zur FAIRTRADE-Stadt verfolgen und sich über aktuelle Aktionen zum Thema informieren.

© Stadt PaderbornFaire Woche 2021 in Paderborn

Paderborns faire Köpfe zeigen Gesicht, sie alle sind Teil der Initiative „Faires Paderborn“ und setzen sich mit großer Leidenschaft und viel Engagement für den fairen Handel ein.

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Bereits 2012 wurde Paderborn zur 100. deutschen Fairtrade-Stadt erklärt und ist seitdem mehrfach vom Verein Transfair rezertifiziert worden. Ziel aller Fairtrade-Städte ist es, einen bedeutenden Entwicklungsbeitrag zu leisten und das Leben der an der Produktion Beteiligten und deren Familien in den Anbauländern zu verbessern.

In der Initiative „Faires Paderborn“ engagieren sich u.a. Ehrenamtliche, lokale Unternehmen sowie Mitarbeiter*innen der Stadt Paderborn, der Verbraucherzentrale oder des gemeinnützigen Vereins Cum Ratione gGmbH um den fairen Handel auch auf kommunaler Ebene in vielfältiger Weise zu unterstützen. Neben Aktionen anlässlich der "Fairen Woche" oder dem fairen Frühstück kommt die Initiative regelmäßig zusammen, um Ideen zu sammeln und um Projekte und Bildungsveranstaltungen vorzubereiten. 

Wenn auch Sie ein fairer Kopf sind oder einer werden möchten, sind Sie herzlich eingeladen, sich persönlich oder mit Ihren Geschäften, Vereinen und Institutionen für den Fairen Handel vor Ort zu engagieren. 

Als Ansprechpartnerinnen stehen Ihnen Meike Kemper und Sinje Mollemeier vom Referat des Bürgermeisters der Stadt Paderborn unter fairtradepaderbornde gerne zur Verfügung. 


Paderborner Faire Köpfe – Visionär*innen zeigen Gesicht

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Sabine Voß, ruheraum Paderborn

„Als Spirituelle Aktivistin inspiriert mich die Vision, ethisches Bewusstsein zu schaffen für FAIRES HANDELN. Menschen einladen, die Achtsamkeit nach Innen zu lenken und aus diesem Raum bewusst in Einklang mit Werten und Wertschätzung für natürliche Ressourcen zu agieren, das leitet mich in meiner Yogaschule & Spirituellen Praxis mit Herz und in meinen Projekten: Yogafachbuchprojekt mit Konzept der Nachhaltigkeit, Porzellanbecherprojekt (unterstützt: Umweltberatung PB/Verbraucherzentrale NRW), Ruhe in der Kunst (Museen: Marta/Herford, Mac/Singen) und LANGENOHLKAPELLE LEUCHTET! für die Stadt PB. Die Botschaft unserer Meditativen Klangreise für Fairtrade Town PB 2017 (Voß/Sumik – Spirituelle Nacht/Musica S.) ist aktueller denn je: RUHE FINDEN in Zeiten des Wandels, ANKOMMEN in uns – und wir spüren: uns verbindet der Wunsch nach Glück und es gibt nur einen sinnvollen, nachhaltigen Weg „durch“ diese Zeit – FAIREN HERZENS!“


© Stadt Paderbornsdr

Felicitas Thamm, Initiative Faires Paderborn

„Die Fair Trade Zertifizierung 2012 war ein wichtiger Schritt, um den Fairen Handel in und um Paderborn zu stärken. Die Handlungsspielräume der zumeist ehrenamtlichen Initiativenmitglieder, die den notwendigen, gerechteren und Existenzen sichernden Handel verbreiten, sind allerdings begrenzt. Ich wünsche mir eine breitere Unterstützung der Paderborner Kommunalpolitik und Verwaltung, um in größerem Rahmen und mit mehr Selbstverständnis Fair Trade Stadt zu sein! Dazu wäre die Schaffung einer vollen, langfristig angelegten Stelle eines/r Fair Trade Beauftragten ein wichtiges Statement. Sie könnte für den Ausbau von fairen, biologischen und regionalen Handelswegen werben. Kommunale Beschaffungsaufträge sollten, der Zertifizierung folgend, konsequenter nach den Kriterien des fairen Handels entschieden werden. Wenn dann noch weitere Gemeinden und der Kreis PB mitzieht …, das wäre super!“


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Heike Mahl und Lu Feller, Venio Lu‘s Bioküche

Saatgut ist keine Handelsware. „Wer die Saat hat, hat das Sagen“. Wer sich genetisches Material über Patente sichert, erhält perspektivisch die Kontrolle über Saatgut, die Landwirtschaft, sowie über die nachgelagerte Lebensmittelerzeugung – und am Ende über die Welternährung. Die vier den Weltmarkt beherrschenden Giganten, unter ihnen auch ein deutscher Agro-Chemie-Konzern, verantworten die zumeist unwürdigen Arbeits- und Entlohnungsbedingungen unter denen Saatgut hergestellt wird. Z.B. wird Tomatensamen in Europa mit mindestens 60.000 Euro/kg gehandelt, der Kleinbauer im Süden Indiens erhält um die 100 Euro. Damit ist Tomatensamen wertvoller als Gold. Die „ewige“ Tomate ist durch Kreuzung ca. 3 Wochen haltbar, Geschmack- und Nährstoffverlust inklusive. Hybridtomaten erzeugen geschwächten eigenen Samen. Folge: der Produzent gerät in Abhängigkeit, jedes Jahr neuen Tomatensamen kaufen zu müssen – mit dem entsprechenden Pestizid-Cocktail! Was können wir tun? Wir können beim Einkauf auf samenfeste bzw. sortenreine Gemüsesorten in Bio-Qualität achten und im eigenen Gemüsegarten eben diese Sorten anbauen.

Quelle: Konzernatlas 2017, ZDF Doku 2020


© Stadt Paderborn

Alexandra Feege, Kernidee-Unverpacktladen

„Natürlich interessiert mich die Zukunft. Ich will schließlich den Rest meines Lebens darin verbringen“, sagte Mark Twain. Durch Corona sehen wir weltweit, wie schnell gewohnte Wege enden, wie schnell alles anders sein kann. Und wir sehen, wie wichtig ein funktionierendes Miteinander ist. Nachhaltigkeit ist tragfähig, weil sie nicht auf schnelle Erfolge einzelner, nicht auf kurzfristiges Überleben gerichtet ist. Nachhaltige Lösungen geben unserer Zukunft eine Chance – auch BIO und fairer Handel spielen dabei eine große Rolle als Tragpfeiler weltweiten Miteinanders, gegen Ausbeutung von Mensch und Umwelt! Menschen, die unser aller Zukunft mitgestalten und eine Umwelt, die uns auch morgen noch zuverlässig versorgen soll. Unternehmen, Menschen und die Natur sind in Notlage – gemeinsam, mit fairem und verantwortungsvollem Handeln führt der Weg hinaus!


© Stadt Paderborn

Lara Schröder, cum ratione

Die Fanshops der Bundesligisten – cum ratione schaut genauer hin!

Man kann ihn hassen oder ihn lieben, aber der Fußball besitzt ohne Frage eine unfassbare gesellschaftliche Reichweite. Wir von cum ratione wollen diese Macht für nachhaltige Veränderungen nutzen. Wir wollen dazu beitragen, dass sich die Arbeitsbedingungen bei der Produktion unserer Kleidung endlich drastisch verbessern. Dafür braucht es Aufklärung und konkrete Alternativen. Wir haben uns gefragt: Warum verbinden wir das Notwendige nicht mit etwas, das Millionen von Menschen erreicht und Spaß macht? Wir bringen das Thema faire Kleidung in die Sportwelt und schauen, wie fair die Fanshops der Fußballklubs sind. Ihr seid neugierig, wie euer Lieblieblingsverein im Vergleich zu den anderen abschneidet? Wir machen unser Ranking am 17. September im Deutschen Fußballmuseum öffentlich. Für mehr Infos schaut unter www.cum-ratione.org oder auf unseren Facebook-Kanal!


© Fotocredit: Harald Morsch

Luzia Brockmeyer, Luzias Grüner Salon – Naturkosmetik

Das Weltgeschehen liegt in unseren Händen. Gerade Krisenzeiten regen uns an, unser Verhalten zu überdenken und mutig die eigenen Vorbehalte und Beschränkungen zu überwinden. Unser Herz ruft uns! Unser eigener Wandel, bewirkt auch den Wandel der Gesellschaft. Wir können und müssen neue Richtungen einschlagen. Vielleicht einen Weg zurück zu einer natürlicheren Lebensweise einschlagen, unseren Konsum überdenken. Die Natur des Menschen, die auf mitfühlendem Händereichen, auf Verantwortung und Fürsorge für die Schöpfung gründet, wird von unserem Herzen ersehnt. Dieser Ahnung sollten wir Raum geben. Die Wandlung in uns ist eine Gnade, die mit ehrlicher Verbundenheit, eigener Wahrhaftigkeit und Selbstwirksamkeit belohnt wird.

Trauen Sie sich.


© ANDREAS SCHWARZE

Malte Ewers, La petite galerie

„Fair Trade“ ist für mich ein oft falsch verstandener Begriff; es geht tatsächlich um viel mehr, als nur um eine Bezahlung nach Mindeststandards. Viele der anerkannten Fair Trade „Unternehmen“ machen z.B. auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam, unterstützen Initiativen für mehr Umwelt- und Verbraucherschutz sowie stärken sie die Rechte von Kindern und Frauen in den Produzentenländern – statt Fluchtursachen zu fördern, können sie Perspektiven erhalten. Diese Fair Trade Importeure bilden eine Art Mischung aus NGO und nicht-profitorientiertem Unternehmen – daher können sie oft effektiver „helfen“ als reine NGOs. Aus ökonomischer Sicht würde ich mir mehr das Herangehen wünschen „wie können wir es möglich machen“ anstatt von „es ist ohnehin nicht machbar“.

„Fair Trade“ ist für mich nichtsdestotrotz keine wahrgewordene Utopie, aber in vielerlei Hinsicht eine bessere Alternative und ein doch guter Anfang.


© Stadt Paderborn

Martina Gamm, Evangelischer Kirchenkreis Paderborn

Wenn das Fair Trade Banner an der Theke des Goerdeler- Gymnasiums hängt, dann wissen alle: am Freitag ist Fair Trade Verkauf! Da werden in der großen Pause fair gehandelte Produkte angeboten, wie Bananen, Orangensaft, Schokolade, Kekse, Tee, Kaffee und vieles mehr. Zusätzlich erhält man über Flyer, Bücher und ein Quiz weitere Informationen. Das Thema Fairer Handel steht in mehreren Unterrichtsfächern auf dem Lehrplan und so sind die Schüler*innen gerne bereit, den etwas höheren Preis der Ware zu bezahlen. Sie wissen, dass dahinter ein fairer Lohn steckt, mit dem die Arbeiter*innen ihre Familien ernähren und ihre Kinder zur Schule schicken können. Somit ist jede Kaufentscheidung im Grunde eine politische Entscheidung, mit der man unwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen weltweit fördert oder eben nicht. Viele Schüler*innen des Goerdeler-Gymnasiums tun es!


© ALEX WALTKE FOTOGRAFIE
© Stadt Paderborn

Mechthild Goldstein und Petra Holtgreve, Weltladen La Bohnita

Wir engagieren uns für den Fairen Handel in Paderborn und betreiben u.a. seit mittlerweile 10 Jahren den Weltladen La Bohnita. Dabei ist uns nicht nur der Verkauf fair gehandelter Waren wichtig, sondern auch die Information und das Gespräch über Zusammenhänge und Handelsstrukturen in der globalisierten Welt. Unsere Handelspartner*innen im Globalen Süden sind von den Auswirkungen der Corona-Krise besonders hart betroffen. In diesen Ländern wurden teilweise strikte Ausgangssperren verhängt, so dass sie Menschen dort nicht oder nur eingeschränkt in ihren Werkstätten oder auf den Feldern arbeiten können. Außerdem gibt es Probleme mit Materialien und Warentransporten für den Verkauf im In- und Ausland und die Produzent*innen können kaum mit staatlicher Unterstützung rechnen. Daher ist es gerade jetzt besonders wichtig, den Fairen Handel zu stärken und damit die Menschen in den Ländern des Südens zu unterstützen.