Lichtsignalanlagen/ Ampeln
Die Verkehrsabwicklung erfolgt im gesamten Straßennetz v.a. durch Lichtsignalanlagen/ Ampeln. Rund 200 Lichtsignalanlagen regeln den Verkehr an Kreuzungen, Einmündungen und Fußgängerüberwegen. Sie werden in Abhängigkeit vom Verkehr geschaltet und von einem Verkehrsrechner aus gesteuert und überwacht.
FAQ-Lichtsignalanlagen (ugs. Ampeln)
Häufig gestellte Fragen in Zusammenhang mit Lichtsignalanlagen (LSA oder ugs. Ampeln) finden Sie hier:
1) Warum bekommt der Fußverkehr nur so kurz Grün? Oft wird es rot, wenn ich noch mitten auf der Straße bin.
Grün ist ein Startsignal. Das heißt: Solange man bei Grün anfängt die Straße zu überqueren, ist die Sicherheit gewährleistet. Springt das Signal während der Querung auf Rot, so bedeutet dies nicht, dass nun sofort die Kfz-Signale auf Grün springen. Stattdessen wird eine sogenannte Zwischenzeit abgewartet, die für jede Furt an jeder Ampel individuell berechnet wird. Diese Zwischenzeit ist stets lang genug, um noch die gesamte Furt in normalem Schritttempo absolvieren zu können.
Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen, wenn Sie während Ihrer Querung Rot bekommen.
2) Stimmt es, dass Busse Einfluss auf die Ampelschaltung nehmen?
Ja. Die Busse des Padersprinters kommunizieren über Telegramme mit unseren Ampeln. Die jeweilige Ampel reagiert darauf und ändert ggf. kurzzeitig ihre Schaltung, um eine möglichst geringe Wartezeit für den Bus zu erzielen und so bestmöglich zur Einhaltung der Fahrpläne beizutragen. Die Telegramme werden durch eine Software automatisch generiert und versendet.
Die Bevorrechtigung der Busse ist ein politischer Beschluss des Paderborner Stadtrats.
3) Warum habe ich auf gerader Strecke auf einer Hauptstraße nicht immer grüne Welle?
Hierfür kann es verschiedene Gründe geben. Die häufigsten sind:
- Die Gegenrichtung hat eine grüne Welle. In der Regel lassen sich grüne Wellen nicht beidseitig einrichten.
- Ein Bus hat jetzt gerade oder kurz zuvor Einfluss auf die Schaltung genommen.
- Das Verkehrsaufkommen ist sehr hoch. Dadurch bilden sich lange Rückstaus vor den Ampeln. Wird es dann grün, müssen die hinteren Kfz noch lange warten, bis sie weiterfahren können. Währenddessen blockieren sie die nachrückenden Kfz hinter ihnen, wodurch das Timing der Grünphasen dann nicht mehr passt.
4) Ich möchte mich über eine bestimmte Ampel beschweren. Wo und wie kann ich dies am besten tun?
Kontaktieren Sie uns gerne über lichtsignalanlagenpaderbornde .
Um Ihre Kritik bestmöglich nachvollziehen zu können, helfen uns folgende Informationen:
- Datum und Uhrzeit, an dem die kritisierte Situation auftrat bzw. auftritt
- Fahrtrichtung (z.B. „von der Straße X kommend als Linksabbieger“)
- Verkehrsmittel (Fahrrad, Auto…)
5) Warum sind die Ampeln bei wenig Verkehr überhaupt an? Kann man sie nicht zumindest nachts abschalten?
Die Notwendigkeit von Ampeln ergibt sich nicht nur durch die Abwicklung großer Verkehrsmengen. Eine zentrale Aufgabe einer Ampel ist auch die Gewährleistung der Verkehrssicherheit. Dies betrifft einerseits den Kfz-Verkehr (z.B. schlechte Sichtbeziehungen), andererseits aber auch den Fußverkehr und insbesondere mobilitätseingeschränkte Menschen.
Die eingesparten Fahrtzeiten, Emissionen, und Stromkosten stehen in keinem Verhältnis zu der Erhöhung des Unfallrisikos. Für detailliertere Infos hierzu verweisen wir auf:
6) Was bewirken die Tasten an der Unterseite der Fußgängertaster?
Diese Tasten dienen der Anforderung einer sogenannten Blindenfreigabe. Hierzu wird bei der nächsten Grünphase ein akustischer Ton (Piepen) hinzugeschaltet. Die Länge der Grünphase wird ggf. erhöht, sodass der Ton für die gesamte Dauer der Querung für blinde Menschen zur Orientierung dienen kann.
Die Betätigung der Blindenanforderung sorgt jedoch nicht dafür, dass es schneller grün wird.
7) Wie funktioniert das indirekte Linksabbiegen im Radverkehr?
1. Man fährt zunächst über das reguläre Grünsignal in den Kreuzungsbereich ein (am rechten Fahrbahnrand bzw. auf der Radverkehrsfurt), so als würde man geradeaus fahren wollen.
2. Anstatt die Kreuzung aber vollständig zu überqueren, stellt man sich mitten auf der Fahrbahn an dem speziellen Haltebalken auf, vor dem ein Symbol mit einem Fahrrad und einem linksgerichteten Pfeil zu sehen ist.
3. Dort wartet man auf Grün bei dem kleinen Sondersignal, das sich im direkten Blickfeld befindet. Bei Grün kann man schließlich sicher abbiegen, ohne irgendjemandem Vorfahrt gewähren zu müssen.
Diese Verkehrsführung bietet den Vorteil, dass der Radverkehr beim Abbiegevorgang nicht zwischen den Kfz fahren muss und keine Vorfahrt gegenüber entgegenkommenden Kfz gewähren muss.
8) Warum schalten die Signale an Fußgängerfurten mit Mittelinsel teils unterschiedlich?
Hierdurch soll möglichst verhindert werden, dass Fußverkehr auf der Mittelinsel „strandet“. Insbesondere bei kleinen Mittelinseln kann es zu gefährlichen Situationen kommen, wenn viele Personen gleichzeitig dort stehen bleiben müssen. Daher schalten die Signale, die zur Mittelinsel hinführen, oftmals schnell wieder auf Rot, während jene Signale, die von der Mittelinsel wegführen, länger grün bleiben.
9) Warum werden nicht flächendeckend alle Ampeln mit Blindenakustik ausgestattet?
Bei Neubau bzw. technischer Gesamterneuerung einer Ampel installieren wir die Blindenakustik bereits seit einigen Jahren flächendeckend.
Schwieriger gestaltet sich hingegen die Nachrüstung bei Ampeln im Bestand. Oftmals ist die bestehende Infrastruktur (z.B. Kabel) zu schlecht, um zusätzliche Komponenten zu installieren. Auch stellen bestehende Regelwerke und Gesetze hohe Anforderungen daran, was mit der Blindenakustik zwingend einhergehen muss. Neben der Akustik selbst, die während der Grünphase ertönt, muss sich im Vergleich zur normalen Grünphase auch der Signalablauf ändern. Hierfür wiederum müssen sowohl in der Software als auch in der Hardware Änderungen durchgeführt werden, die sehr zeitaufwändig und kostspielig sein können. Entsprechend werden diese Änderungen häufig bis zur turnusmäßigen Gesamterneuerung aufgeschoben.
10) Warum muss ich manchmal so lang an einer roten Ampel warten, obwohl außer mir kaum / kein Verkehr dort ist?
In der Hauptrichtung einer Ampel werden die Zeiträume der Grünphasen oftmals strikt festgelegt, um eine Koordinierung à la „Grüne Welle“ im Streckenverlauf zu erzielen. Kommt man in einem ungünstigen Moment aus der Nebenrichtung an die Anlage herangefahren/herangelaufen, so muss man die vollständige Dauer dieser Grünphase abwarten, bevor die Ampel einen Wechsel zur Nebenrichtung erlaubt.