Ausstellungsarchiv

Neben der Dauerausstellung zeigt das Stadtmuseum regelmäßig Sonderausstellungen zu ausgewählten Themen der Paderborner Stadtgeschichte. In unserem Archiv erhalten Sie einen Einblick in die bisherigen Ausstellungen seit 2017.

2026 · Alles ist so flauschig! Raum für neugierige Augen und Hände

© Suse Umscheid

19.06. – 06.09.2026

Mit Alles ist so flauschig! wurde das Stadtmuseum Paderborn zu einem experimentellen Erfahrungsraum, der Wissen, Spiel und sinnliche Wahrnehmung miteinander verschränkte. Materialität wurde dabei nicht allein erklärt, sondern als Grundlage kultureller Produktion, historischer Prozesse und persönlicher Beziehungen zur Welt erfahrbar gemacht. Die Ausstellung verstand sich als bewusst offenes, zugängliches und zugleich anspruchsvolles Format, das Hemmschwellen abbaute, Neugier weckte und den Museumsbesuch als lebendige Erfahrung erlebbar machte. Sie richtete sich damit ausdrücklich auch an kleine und junge Besuchende.

Die Ausstellung versammelte 42 Exponate aus allen Sammlungen der Städtischen Museen und Galerien der Stadt Paderborn. Jedes Haus steuerte Objekte bei, die sich im weitesten Sinne mit Materialität auseinandersetzten. Die Vielfalt der Materialien eines Museums in Gemälden, Grafiken sowie historischen und naturwissenschaftlichen Objekten – von Textil, Holz, Stein und Metall über Papier und Kunststoff bis hin zu hybriden Werkstoffen und immateriellen Materialbegriffen – bildete den Ausgangspunkt für einen dialogischen Parcours durch das Erdgeschoss. Institutionelle und private Leihgaben ergänzten dies.

Durch die Ausstellung führten zwei Wege: Auf dem Expert*innen-Pfad konnten sich die Besuchenden anhand ausgewählter Objekte und Materialien über QR-Codes mit dem eigenen Smartphone umfangreiches Wissen aneignen, das weit über das in der Ausstellung Sichtbare hinausging. Auf dem Entdecker*innen-Pfad konnten kleine und große Besuchende an sechs Stationen selbst aktiv werden. Begleitet von Texten in einfacher Sprache durften sie fühlen, vergleichen und ausprobieren.

Zu allen deutschsprachigen Texten gab es außerdem einen Audio-Guide auf der Website des Stadtmuseums, ebenfalls in einfacherer Sprache. So konnten die kleinen und großen Besuchenden selbst entscheiden, wie tief sie in die jeweiligen Themen eintauchen wollten.

Der bewusst irritierende, beinahe kindlich-assoziative Ausstellungstitel fungierte dabei als semantischer Türöffner. „Flauschig“ bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch etwas Weiches, Wolliges oder Sanftes. Insbesondere in jüngeren Sprachkontexten hat sich der Begriff darüber hinaus zu einer metaphorischen Beschreibung von Gemütlichkeit, Wärme und einem Gefühl des Angenehmen entwickelt und kann ebenso Menschen oder Situationen als sympathisch, zugänglich oder liebenswert charakterisieren.

„Flauschig“ stand damit zugleich für eine Haltung: neugierig, offen und tastend. Der Begriff unterlief museale Erwartungshaltungen von Distanz, Ernsthaftigkeit und Unberührbarkeit und lud dazu ein, Materialität als etwas Annäherbares, Erkundbares und Lustvolles zu begreifen.


Konzept, Szenografie und Vermittlung: Carolin Ferres, Dr. Simon Großpietsch | Mitarbeit:
Eleonore Seiferth | Sammlungsmanagement und Museologie: Simone Stritzker | Museumstechnik und Aufbau: Heiko Henke, Markus Liebeck, Heinrich Schniedermeier | Verwaltung: Sabine Voss, Alexandra Wolke | Grafische Gestaltung: Suse Umscheid, Kassel | Dank an das Team der Städtischen Museen und Galerien sowie dem Kulturamt der Stadt Paderborn: Dr. Felicitas Demann, Sabine Hölscher, Britta Lönne, Ursula Markwort, Museumsteam Stadtmuseum, Claudia Rinke, Dr. Michael Ströhmer, Maximilian Zindel | Besonderer Dank an: Anne F., Blumen Jocksch Paderborn / Carolin Fricke


Eine ausführliche Dokumentation der Ausstellung sowie des Blumenstraußes in Form eines filmischen Zeitraffers folgen in Bälde.


Die begleitenden Texte der Ausstellung mit Audioguide

FADEN (Öffnet in einem neuen Tab), Seet van Hout, The Garden of Istanbul, 2012
GLITZER (Öffnet in einem neuen Tab), Tina Tonagel, Sirenen, 2018
GOLD (Öffnet in einem neuen Tab), Sarah Schumann, Alice, 1974
HOLZ (Öffnet in einem neuen Tab), Ryszard Sek, Eva holt den Apfel, o. J.
KAFFEE (Öffnet in einem neuen Tab), Rheavendors Group / Rheavendors Industries, Modell CINO eC (Compact), 2016
LEINWAND (Öffnet in einem neuen Tab), Unbekannt
LICHT (Öffnet in einem neuen Tab), Blaue Morphofalter, Morpho peleides
ÖLFARBE (Öffnet in einem neuen Tab), Friedemann Hahn, Kopf nach Van Gogh, 1984
PELZ (Öffnet in einem neuen Tab), Josef Hunstiger, Frau mit Pelz, 1954 & Linda-J. Knop, IDENTITY. Double Feature, 2013
SAND (Öffnet in einem neuen Tab), Joseph Beuys mit Charles Wilp, Sandzeichnungen, 1978 (1974/1975)
SEIFE (Öffnet in einem neuen Tab), Ottmar Hörl, Unschuld (Seife), 1997
TEXTILIEN (Öffnet in einem neuen Tab), Christo & Jeanne-Claude, Stoffproben und Stofffragmente, 1961–2021
ZAHN (Öffnet in einem neuen Tab), Mammut-Zahn, ca. 5,7 Mio. bis etwa 4.000 Jahre v.d.Z.
ZEIT (Öffnet in einem neuen Tab), Bartholomé van Winghe, Blumenstillleben, 1667