Ausstellungsarchiv
Neben der Dauerausstellung zeigt das Stadtmuseum regelmäßig Sonderausstellungen zu ausgewählten Themen der Paderborner Stadtgeschichte. In unserem Archiv erhalten Sie einen Einblick in die bisherigen Ausstellungen seit 2020.
2025 · Einsteigen bitte! 125 Jahre öffentlicher Nahverkehr in Paderborn
21.11.2025 - 31.5.2026
Im Sommer 1900 fährt erstmals eine Straßenbahn durch Paderborn. Eine Sensation, die durch die moderne Elektrifizierung möglich wird. Die erste Strecke verbindet die Bischofsstadt mit Neuhaus. Sie wird in den folgenden Jahren immer weiter ausgebaut, so dass die Paderborner mit der Straßenbahn ihren Sonntagsausflug sogar bis nach Detmold machen können. Aber in den 1960er Jahren bekommt die Straßenbahn mit den gelben Omnibussen der Pesag Konkurrenz. 1963 ist dann die letzte Fahrt. Die kostengünstigeren Buslinien werden ausgebaut, so dass heute der PaderSprinter mit 100 Bussen ca. 18 Millionen Fahrgäste befördert. Und in Zukunft? Fragen der Nachhaltigkeit, der CO2 Neutralität und des Autonomen Fahrens werden auch den Nahverkehr in Paderborn verändern.
Die Ausstellung im Stadtmuseum warf einen Blick zurück auf die Mobilität in Paderborn und zeigte zugleich innovative Ansätze für die Mobilität der Zukunft. Mitmachstationen luden zur kreativen Auseinandersetzung mit dem Thema Mobilität ein. Zur Ausstellung erschien ein Begleitband (erhältlich im Stadtmuseum). Elemente der Ausstellung stammten aus der Ausstellung MOVE. Verkehr macht Stadt. Dank an das Verkehrsmuseum Dresden gGmbH und die Kinder-Akademie Fulda gGmbH für Leihgaben.
Folder zur Ausstellung
2025 · ...die Pader und ihre Stadt
28.6. – 5.10.2025
Im Rahmen der Ausstellung Tatort - Der Fluss bin ich... zeigte das Stadtmuseum die Ausstellung ...die Pader und ihre Stadt.
Wie erleben und erlebten Menschen den Fluss, der mitten durch Paderborn fließt – früher und heute? Die Ausstellung im Stadtmuseum lud dazu ein, die besondere Beziehung zwischen der Stadt und ihrem namensgebenden Fluss neu zu entdecken. In sechs Kapiteln entstand ein vielschichtiges
Porträt der Pader: Sie erscheint als lebendiges Wesen, als Kraftquelle, als Spiegel menschlicher Gefühle – und als inspirierende Begleiterin durch die Zeiten.
Historische Karten, Stadtansichten, Kunstwerke und Alltagsobjekte erzählten von der engen Verbindung zwischen Stadt und Fluss. Ein Open Call brachte rund 20 Werke zeitgenössischer Künstler*innen aus Paderborn zusammen, die sich dem Thema auf eigene Weise nähern. Ergänzt wurde die Auswahl durch Fotoarbeiten eines deutsch-polnischen Fotograf*innen-Austauschs mit der Paderborner Partnerstadt Przemyśl. Zwei internationale Positionen erweiterten den Blick über die menschliche Perspektive hinaus: Pallavi Paul folgte der Wasseramsel durch Bild und Ton, Anne Duk Hee Jordan widmete sich den verborgenen Lebewesen im Grundwasser der Pader. Beide Künstlerinnen sind Teil der Ausstellung "Der Fluss bin ich".
... die Pader und ihre Stadt ist als assoziativer Bilderfluss konzipiert – überraschend, poetisch und lebendig.
2025 · Paderborn 1945: Das Kriegsende vor 80 Jahren
8.5. – 28.9.2025
Am 8. Mai 1945 endete in Europa der Zweite Weltkrieg. Aus Anlass des Jahrestages warf das Stadt- und Kreisarchiv Paderborn in einer Fotoausstellung im Kreuzgang des Stadtmuseums einen Blick zurück auf Paderborn im Jahr 1945. Damit setzte es auch seine langjährige Ausstellungstätigkeit in der Hauptverwaltung fort.
Im Zentrum der Ausstellung stand die schwere Zerstörung der Paderstadt durch mehrere Bombenangriffe der alliierten Streitkräfte vom Januar bis März 1945. Diese werden jedoch in den historischen Kontext gestellt; denn nicht vergessen werden darf, dass das rechtsextrem geführte Deutsche Reich, das sogenannte Dritte, den Krieg begonnen und mit menschenverachtender Härte bis zur Vernichtung geführt hatte und für millionenfachen Mord verantwortlich war. Die Bombenangriffe auf Paderborn begannen 1940, zunächst vereinzelt und zielgerichtet auf militärische Anlagen und das Eisenbahnnetz. Zivile Einrichtungen und Wohnbebauung traf es, wenn auch in erheblichem Umfang, durch Fehlabwürfe oder Zielungenauigkeiten. Dies änderte sich mit dem 17.1.1945. An diesem Tag erlebte Paderborn einen ersten folgenschweren Flächenangriff, am 27.3.1945 den letzten, der zu einer fast vollständigen Zerstörung der Stadt führte.
2025 · Kleine textile Dinge
30.4. – 15.6.2025
Was haben ein Fußballtrikot, eine Seidenfliege, ein Tuch, ein Bügeleisen, ein Kleiderbügel und eine Werbebroschüre eines Hutladens gemeinsam? Sie sind stille Zeitzeugen, kleine textile Dinge, die im Depot des Paderborner Stadtmuseums und im Stadtarchiv schlummerten. Bis sie von Studierenden der Universität entdeckt, analysiert und erforscht wurden.
Dabei kamen faszinierende Objektgeschichten ans Licht – Geschichten, die eng mit der Stadt Paderborn verknüpft sind. Sie erzählen von britisch-deutschen Sportvereinen, vom Schicksal jüdischer Kaufleute in Zeiten des Nationalsozialismus, von der Tradition des Schützenwesens, den Arbeiter- und Soldatenräten sowie von Stadtjubiläen, deren Erinnerungen sich in kunstvoll gestalteten Tüchern erhalten haben.
Diese Ausstellung schuf eine einzigartige Verbindung zwischen dem Stadtmuseum und dem Stadtraum. Historische Objekte im Museum verwiesen auf Orte in der Stadt, die man bei einem Spaziergang erkunden konnte.
Der Startpunkt war das Stadtmuseum. Von diesem Punkt aus konnte man Spuren der kleinen textilen Dinge durch die Straßen und Plätze von Paderborn folgen – oder direkt Geschichten beim Schlendern durch die Stadt entdecken, bevor man sich im Museum vertiefte.
Diese Ausstellung war eine Kooperation des Stadtmuseums Paderborn mit dem Stadt- und Kreisarchiv Paderborn und der Universität Paderborn, Lehrstuhl Kulturwissenschaft der Mode und des Textilen.
2025 · Nach China. Das Fotoalbum des Hugo von Königslöw
9.2. – 27.4.2025
Im Frühsommer 1898 bricht der Bergassessor Hugo von Königslöw mit einer Gruppe deutscher Bergleute zu einer kolonialen Expedition nach China auf, um die dortigen Kohlevorkommen zu erkunden. Seine Reise hat er in einem Fotoalbum dokumentiert. Es enthält Aufnahmen der jungen deutschen Kolonialstadt Tsingtau, Bilder von Land und Leuten sowie Landschaftsaufnahmen. Nach zwei Jahren in China reiste Hugo von Königslöw über die USA zurück nach Deutschland. Auch aus den USA hat er Fotografien in sein Fotoalbum aufgenommen.
Und Tsingtau heute? Die Journalistin Charlotte Ming hat die Schauplätze des Fotoalbums aufgesucht. Ihre Fotografien zeigen die Millionenstadt Qingdao heute, deren Universität eine Partnerschaft mit der Universität Paderborn unterhält. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.
Die Ausstellung war eine Leihausstellung des LWL-Museums Henrichshütte Hattingen. Das Vermittlungsprogramm fand in Kooperation mit dem Konfuzius Institut Paderborn statt.
2024 · In transition – die ehemaligen britischen Kasernen
31.8.2024 – 19.1.2025
Die Ausstellung zeigte Fotos der britischen Kasernen in Paderborn zwischen dem Abzug des Militärs und dem Beginn der Konversion. Sechs Fotografen haben über mehrere Jahre die Kasernen besucht und fotografisch dokumentiert. Die Ergebnisse dieser Fotoexkursion wurden im Stadtmuseum erstmals umfassend gezeigt. Eine historische Einführung informierte über die Geschichte der Kasernen. Einzelne Fundstücke gaben Einblick in die Alltagswelten der Soldaten.
Mit Fotografien von Andreas Neuwöhner, Axel Czypionka, Dagmar Venus, Jörg Lütkemeier, Tobias Vorwerk, Wolfgang Brenner.
2024 · Ein Blick zurück... Stadtbilder heute und früher
1.3. – 4.8.2024
Die Ausstellung lud ein, einen Blick auf ungewöhnliche und bisher selten gezeigte Stadtansichten aus der städtischen Sammlung und dem Stadt- und Kreisarchiv Paderborn zu werfen, festgehalten von zahlreichen Künstler*innen über die Jahrhunderte hinweg.
Zu sehen sind impressionistische Werke eines Willy Lucas (1884-1917) oder Josef Struck (1889-1963), eine Stadtansicht von Josef Dominicus (1885–1973) sowie expressionistisch-surrealistisch anmutende Bilder von Josefthomas Brinkschröder (1909–1992). Hinzu kamen Zeichnungen und Skizzen, die die Architektur und Details von Paderborn offenbaren und in denen Plätze und Gebäude aus vergangenen Zeiten wieder zum Leben erweckt werden.
Die Ausstellung zeigte zudem erstmalig und bislang noch nie gezeigte Fotografien von Rudolf Lindemann (1904-2003) aus dem Bestand des Stadt- und Kreisarchivs. Der 1904 in Borgentreich geborene Lindemann erlernte an der Staatslehranstalt für Lichtbildwesen in München das Fotografenhandwerk und schloss seine Ausbildung Anfang der 1930er-Jahre mit Diplom und Auszeichnung ab. 1934 gründete er in Münster ein eigenes Fotoatelier. Nach dem Krieg eröffnete er 1946 neben seinem Atelier in Einbeck ein Fotofachgeschäft. Seine Paderborner Fotos hat Lindemann mehrfach veröffentlicht.
2023 · Panta rhei. Wasser bewegt. – wood, waves and energy
26.8.2023 – 21.1.2024
Die fünf Museen der Stadt widmeten sich gemeinsam einem Thema: dem Wasser. Das Stadtmuseum, das Kunstmuseum im Marstall, das Residenzmuseum im Schloß, die Galerie in der Reithalle sowie das Naturkundemuseum zeigten unterschiedliche Aspekte zu dem Thema.
Das Stadtmuseum zeigte die Ausstellung wood, waves and energy. Der Leipziger Fotograf Jörg Gläscher installierte im Klostergarten des Stadtmuseums u.a. eine aus feinteiligem Astwerk gebaute 'Welle', eine im Anblick zunächst vertraute Form eines aus Wasser bestehenden Naturphänomens – hoch aufgetürmt, kurz bevor sie bricht, statisch in ihrer kraftvollen Präsenz einer Skulptur. Bei der von Jörg Gläscher im Juli 2023 entstandenen Welle geht es um die Energie des Wassers.
Klimawandel, Verlust an Biodiversität, Verdichtung von Siedlungsräumen sind gewaltige kulturelle Herausforderungen, die das Leben in den europäischen Städten des 21. Jahrhunderts bestimmen. Dies gilt auch für das über 1200-jährige Paderborn – eine Stadt, die durch ihren Wasserreichtum ausgezeichnet ist und sich aus einem Wechselspiel zwischen Natur- und Kulturkräften entwickelt hat. Das umfangreiche Ausstellungsprojekt Panta rhei. Wasser bewegt. ging der Bedeutung des Wassers in diesem Spannungsfeld auf den Grund und fragt nach den Wechselwirkungen zwischen Natur, Kultur und Kunst.
"Man kann nicht zweimal in den selben Fluß steigen"
Heraklit, um 520 – um 480 v. Chr
Der aus dem Griechischen stammende Aphorismus panta rhei bedeutet wörtlich alles fließt und geht auf den Philosophen Heraklit zurück. Er geht damit auf die Realität ein die sich in stetiger Veränderung befindet.
Energie ist ein grundlegendes Konzept in der Physik, Materie hingegen bezieht sich auf jede Substanz. Im Kunstkontext hingegen ist es ein kreativer Ausdruck, der viele Formen annehmen kann. Die Ausstellung wood, waves and energy bündelte diese drei Formen in weiteren großformatigen Foto- und Videoarbeiten von Gläscher.
Die Arbeiten in der Ausstellung waren ein Kapitel einer größeren Werkgruppe, dem diary complex. Jörg Gläscher entwickelte die Arbeit während der Corona Pandemie 2020–2021 in Hamburg und Leipzig. Aus seinen eigenen Erfahrungen während der Pandemie erschuf er verschiedene fotografische Herangehensweisen, Betrachtungen und Darstellungen über die Kraft und die Gewalt der Natur. Waren die ersten Arbeiten noch rein fotografisch, fing er mit der Serie über Holzwellen an, selbst in die Natur einzugreifen und Objekte und Skulpturen im Wald zu installieren.
Die eindrucksvollen großformatigen Fotografien von Jörg Gläscher transportierten umgewandelte Energie in Form von Holz, einer Struktur also, die an 'Wellen' erinnert. Zudem wurden drei aktuelle Videoarbeiten von Gläscher gezeigt, die sich mit der Energie des Wassers beschäftigen.
Zur Ausstellung erschien ein Künstlerbuch mit allen bislang gebauten und fotografierten Wellen von Jörg Gläscher im Verlag Hartmann Books, Stuttgart.
Informationen zu Jörg Gläscher
2023 · DU WIRST STAUNEN! Der Bildhauer Josef Rikus (1923-1989)
25.2. – 11.6.2023
In einer Doppelausstellung präsentierten das Stadtmuseum und das Diözesanmuseum Paderborn den Künstler Josef Rikus, der vor 100 Jahren in Paderborn geboren wurde und hier gelebt hat. Rikus gehört zu den erfolgreichen und prägenden Bildhauern seiner Zeit, in Ostwestfalen, aber auch darüber hinaus. Seine Werke finden sich im übrigen Westfalen, im Rheinland und im Ruhrgebiet sowie vereinzelt auch in anderen Städten Deutschlands.
Nach mehr als 20 Jahren zeigte erstmals wieder eine (Doppel-)Ausstellung in Paderborn zahlreiche Werke des Künstlers und führt so dem Publikum seine beeindruckende Vielseitigkeit und enorme Schaffenskraft vor Augen.
Rikus schuf mehr als 70 Freiplastiken und Brunnen, über 20 große Denk- und Ehrenmale, viele Wandgestaltungen an Gebäuden und mehr als 30 komplette Ausstattungen von Altarräumen in Kirchen. Außerdem zahlreiche Grabmäler, große Kruzifixe und Wegkreuze sowie Kleinplastiken. Seine Auftraggeber waren überwiegend öffentliche und kirchliche Institutionen sowie stets auch einzelne Privatleute.
Das heutige Stadtbild Paderborns prägte Rikus mit seinen Kunstwerken wie kein Zweiter. Davon zeugen besonders das Mahnmal am Busdorfwall, das Kruzifix am Gierstor, der Neptun-Brunnen auf dem Marktplatz sowie die Brunnenanlagen am Westerntor und vor dem Heinz Nixdorf MuseumsForum. Von seinen zahlreichen Kirchen- und Altarraumaus-stattungen gehören die Arbeiten für die Kirchen St. Kilian und St. Elisabeth in Paderborn zu den bekanntesten.
Zur Ausstellung erschienen zwei Publikationen:
Markus Runte: Du wirst staunen! Katalog zur Ausstellung im Stadtmuseum, Herausgeber Altertumsverein Paderborn, 9,90 Euro.
Hans-Ulrich Hillermann: Der Bildhauer Josef Rikus. Sein Lebenswerk, Imhof Verlag 2023, 39,- Euro (Museumspreis während der Ausstellung).
2022 · Museumsstoff – Textilien im Diözesanmuseum und im Stadtmuseum
30.11.2022 – 12.2.2023
Das Stadtmuseum Paderborn präsentierte Trachtenhauben und Damenhüte aus seiner Sammlung. Die kostbaren Stücke wurden von Studentinnen des Seminars „Museumsstoff – Kleidung und Textilien im Museum“ unter Leitung von Dr. Regina Lösel unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse ihrer Forschungen waren im Foyer des Museums zu sehen und in einem Begleitheft nachzulesen. Weitere Kleider und Textilien wurden im Diözesanmuseum gezeigt. Eine Einführung durch die Studentinnen startete am 6. Dezember 2022 um 16 Uhr im Diözesanmuseum und ging um 17 Uhr weiter im Stadtmuseum.
2022 · Monumenta. Erinnerungsorte zwischen Weser und Lippe
1.5. – 28.8.2022
Die Fackel der Ewigkeit anzünden
Die Region zwischen Weser und Lippe ist reich an historischen Zeugnissen. Römer und Germanen, Sachsen und Franken hinterließen ihre Spuren und machten die Region zu einer geschichtsträchtigen Landschaft. Ferdinand von Fürstenberg, der gelehrte Fürstbischof von Paderborn und Münster, ging diesen Spuren nach und schrieb 1669 das Buch Monumenta Paderbornensia: Denkmale des Paderborner Landes. Hierin setzt Ferdinand 24 Orten, Landschaften und Ereignissen ein literarisches Denkmal und beschreibt ihre besondere Geschichte. Erinnerung sollte so dauerhaft gestiftet und eine „Fackel für die Ewigkeit“ entzündet werden.
Sind diese Orte, Landschaften und Ereignisse noch heute von Bedeutung? Die Ausstellung geht dieser Frage nach: im Kreismuseum Wewelsburg, im Stadtmuseum Paderborn und im Jacob Pins Forum Jacob Pins Höxter sowie in der dortigen Minoritenkirche. Machen Sie sich auf die Reise! Erkunden Sie in Wewelsburg, Paderborn und Höxter die historische Dimension der Region zwischen Weser und Lippe. Entdecken Sie in den Ausstellungen 24 Orte, Landschaften und Ereignisse, die diese Region besonders geprägt haben.
Im Stadtmuseum
Das Stadtmuseum Paderborn widmete sich sieben Erinnerungsorten, die Ferdinand von Fürstenberg in seiner Monumenta beschrieben hat: der Familie von Fürstenberg, den Quellen von Pader, Ems und Lippe, der Sennelandschaft sowie dem Römerlager Aliso bzw. der Varusschlacht. Dem Paderborner Fürstbischof waren diese geschichtsträchtigen Orte besonders erinnerungswürdig. Ihnen auch? Die Ausstellung gab Einblick in die Geschichte dieser Orte und fragt nach ihrem Bedeutungswandel bis in die heutige Zeit. Mitmachstationen luden ein, sich aktiv mit den originalen Ausstellungsexponaten auseinander zu setzen.
2022 · Rassendiagnose "Zigeuner". Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Weg der Anerkennung
9.10.2022 – 8.1.2023
Die Ausstellung zeigte die Geschichte der Verfolgung von der Ausgrenzung und Entrechtung der Minderheit im Deutschen Reich bis zu ihrer systematischen Vernichtung im besetzten Europa. Schätzungsweise 500.000 Sinti und Roma wurden in Europa von den Nationalsozialisten ermordet. Der Perspektive der Täter wurden in der Ausstellung Zeugnisse der Opfer gegenübergestellt: Historische Familienfotos von Sinti und Roma geben Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Menschen und liesen sie als Individuen hervortreten. Damit machte die Ausstellung die zerstörten Lebenswege hinter den abstrakten Dokumenten der bürokratisch organisierten Vernichtung sichtbar. Die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland, die erst spät als NS-Opfer anerkannt wurden, wurde dargestellt.
Es war die Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma, die die ideologischen und personellen Kontinuitäten aus der Zeit des „Dritten Reichs“ zum Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte gemacht hat.
Eine Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma (Öffnet in einem neuen Tab).
2022 · Einen Schritt vor dem Krieg - За крок до війни
23.4. – 5.6.2022
In der Ausstellung Einen Schritt vor dem Krieg ging es um die Schrecken des Krieges und um die Vorahnung dieser aktuellen Ereignisse. Russlands völkerwiderrechtlichen Einmarsch in die Ukraine am 24.2.2022 hat die Prozesse in der zeitgenössischen Kunst der Ukraine beschleunigt. Die Künstler*innen reagieren auf die Geschehnisse und verarbeiten mehr denn je innere und äußere Wahrnehmungen in ihren Bildern und Skulpturen.
Basierend aus den persönlichen Erfahrungen des Jahres 2014 (Besetzung eines Teils des Donbass durch Russland) hat der aus der Region Donezk stammende Künstler Petro Antyp den Beginn eines umfassenden russisch-ukrainischen Krieges in diesem Jahr bereits erahnt. Vor acht Jahren mussten er und sein Landsmann Sergij Sakharow aufgrund ihrer pro-ukrainischen und pro-europäischen Haltung ihre Heimat verlassen und suchten in der ukrainischen Hauptstadt Kyiw Zuflucht. Am 24. Februar dieses Jahres holte der Krieg sie erneut ein.
Das Stadtmuseum zeigte eine Auswahl mit Werken von Petro Antyp, Sergij Sakharow, Oleksandr Serdyuk, Igor Panchuk, Oleksii Konoshenko und Victoriia Romanchuk. Sie sind vor und während des Krieges entstanden. Es sind eindrucksvolle Zeugnisse unvorstellbarer Ereignisse eines sinnlosen Krieges – Vorahnungen und Reflexionen, die nicht nur die Menschen in der Ukraine betroffen macht.
Die Gemälde und Skulpturen sind unter schwierigen Umständen direkt aus Charkiw, Kyiw und Lwiw von Petro Antyp und Maryna Streltsova nach Paderborn gebracht worden. Für die Vermittlung danken wir Prof. Andreas Götte und Ralph Wezorke, für die technische Umsetzung geht der Dank an Andreas Witt und an das Team der Städtischen Museen und Galerien Paderborn.
Gemälde der Ausstellung "Einen Schritt vor dem Krieg" als Download
2021 · Drive By - Alanbrooke Kaserne an der Elsener Straße
7.4.2021 – 21.11.2021
Sechs Paderborner Fotograf*innen haben zwischen 2019 und 2021 aus ganz unterschiedlichen Perspektiven die ehemalige Kaserne in den Blick genommen und eine eindrucksvolle Fotoausstellung entstehen lassen. Die Fotoexpedition mit rund 65 Bildern wurde ab dem 7.4.2021 am historischen Zaun der Alanbrooke Kaserne auf über 100 Metern angebracht.
Die Fotografien zeigten die Spuren, die das britische Militär in den einzelnen Räumen der Kaserne über die Jahre der Nutzung hinterlassen haben. Die im Krieg nicht zerstörte Kaserne ist heute ein eindrucksvolles Zeugnis der Paderborner Garnisonsgeschichte. Da auf dem Gelände der Alanbrooke Kaserne ein Wohnquartier entstehen sollte, wurde die Gelegenheit genutzt, den Übergang von der Kaserne zum Wohngebiet fotografisch zu dokumentieren und zugänglich zu machen.
45 der insgesamt 66 Fotobanner wurden in der Zeit vom 1. bis 2.7.2021 von Unbekannten entwendet. Es ist davon auszugehen, dass die Dieb*innen versuchten die Banner zu verkaufen.
Vom 28.10. – 21.11.2021 wurde die Ausstellung in der galerie@19 fortgesetzt. Zusätzlich konnten signierte und unsignierte Drucke von den Künstler*innen über die Webseite der galerie@19 erworben werden.
2021 · Vom Magdalenenmarkt zu Großlibori 1521 bis 2021
23.7.2021 – 30.1.2022
Jedes Jahr im Juli feiern das Erzbistum und die Stadt Paderborn gemeinsam Libori – eines der größten und ältesten Volksfeste Deutschlands. Mehr als 1,5 Millionen Gläubige, Pilger*innen sowie Markt- und Kirmesbesuchende strömen in die Stadt, um zu Ehren des Dom-, Stadt- und Bistumspatrons, des Heiligen Liborius, friedlich zu feiern.
Wie bereits im Jahr zuvor konnte auch 2021 aufgrund der COVID-19-Pandemie kein reguläres Libori stattfinden. Mit der Ausstellung Libori 500 erhielten Besucher*innen des Stadtmuseums jedoch einen Einblick in fünf Jahrhunderte Liborimarkt.
Liborius von Le Mans war im 4. Jahrhundert Bischof von Le Mans in Frankreich. Sein Todestag wird traditionell auf den 23. Juli 397 datiert. Im Jahr 836 wurden seine Gebeine von Le Mans nach Paderborn übertragen. Als kirchliches und weltliches Volksfest bildet Libori seither den Höhepunkt im Jahreskalender der Stadt – nicht nur für Paderborner*innen.
Mit dem Magdalenenmarkt reicht seine Geschichte bis ins Jahr 1521 zurück. Gegründet durch Bischof Erich von Grubenhagen (1508–1531), erhielt er seinen Namen in Bezug auf den Festtag der Heiligen Maria Magdalena. Der Markt findet traditionell drei Tage vor und drei Tage nach dem 22. Juli statt. Sein Beginn fällt sowohl mit der Kirchweihe des Doms (1068) als auch mit den kirchlichen Liboriusfeierlichkeiten zusammen und bot damit günstige Voraussetzungen für ein lebendiges Marktgeschehen.
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Magdalenenmarkt vor dem Westerntor abgehalten, bevor er auf den Domplatz verlegt wurde. Im Zusammenspiel mit den kirchlichen Feierlichkeiten und der prachtvollen 900-Jahr-Feier im Jahr 1736 entwickelte sich der Markt ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in seiner heutigen Form und erhielt erst zu diesem Zeitpunkt die Bezeichnung Liborimarkt.
Die Ausstellung zeigte anhand ausgewählter Beispiele, wie sich das Markt- und Kirmesgeschehen im Laufe der Jahrhunderte veränderte. Zahlreiche Objekte, Dokumente und Filme machten diese Entwicklungen bis in die Gegenwart anschaulich erfahrbar.
Leihgeber
Sammlung der Fürstenberg Stiftung Eggeringhausen, Altertumsverein Paderborn, Erzbischöfliches Diözesanmuseum Paderborn, Erzbischöfliche Akademische Bibliothek Paderborn, Städtischen Sammlungen der Stadt Paderborn, Stadt- und Kreisarchiv Paderborn, Leihgaben von Schausteller*innen, Privatbesitz
2021 · Blumenkübel – Wendehammer – Wäschespinne
18.4. – 31.10.2021
Deutsch-deutscher Städtebau in Ansichtspostkarten 1949–89
Fußgängerzonen, Hoch- und Umgehungsstraßen, Trabanten- und Schlafstädte – die Raumproduktion der Nachkriegsmoderne wird in der Serialität und vermeintlichen Austauschbarkeit selten als sehenswert und interessant genug für eine touristische Wahrnehmung gedeutet. Umso erstaunlicher, dass zwischen 1949 und 1989 in der BRD und der DDR Staaten unzählige Ansichtskarten der neuen Alltagswelt gedruckt worden sind.
Die Ausstellung Blumenkübel – Wendehämmer – Wäschespinnen lies anhand zahlreicher Beispiele eine Epoche lebendig werden, in der mit dem technischen und baulichen Fortschritt noch eine gesellschaftspolitische Verheißung verknüpft war. Eine Reise in die Vergangenheit der Zukunft mit einem populären Medium, das inzwischen selbst vom technischen Fortschritt überholt wurde.
Neben Städten wie Magdeburg, Hannover, Kiel, Rostock, Hamburg und vielen weiteren, wurde auch anhand mit zahlreichen Motiven die Entwicklung der Paderborner Haupteinkaufsstraße, die Westernstraße, im Laufe des 20. Jahrhunderts aufgezeigt und somit, welche Auswirkung die Umwandlung einer Straße zur Fußgängerzone auf den Stadtraum als Zusammenklang von Fassaden, Verkehr und Nutzungsspektrum hatte.
Der Sammler
Ulrich Brinkmann, 1970 in Paderborn geboren, ist Architekt und Redakteur der Architekturzeitschrift Bauwelt in Berlin. Seit seiner Grundschulzeit sammelt er Postkarten mit Stadtansichten und Architekturdarstellungen. Sein rund 35.000 Exemplare umfassendes Archiv zur europäischen Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert wird im Stadtmuseum Paderborn erstmals in einem ausschnitthaften Blick auf Hauptströmungen und Sonderwege in Deutschland präsentiert.
Zur Ausstellung erschien 2020 das Buch Achtung vor dem Blumenkübel! Die Fußgängerzone als Element des Städtebaus. Die Folgebände Vorsicht auf dem Wendehammer! Die Straße als Element des Städtebaus und Obacht an der Wäschespinne! Die Siedlung als Element des Städtebaus sind 2023 veröffentlicht worden.
2021 · Die Weltenlauscher
20.2. – 30.5.2021
Die Ausstellung Die Weltenlauscher zeigte Exponate, Requisiten, Texte, Filme und Bilder des emsigen Paderborner Schriftstellers und Erfinders Erwin Grosche. Zu sehen waren Erfindungen und Denkapparate, die der Künstler im Verlauf seines fast 50-jährigen Bühnenlebens entwickelt und erdacht hat.
Dabei traf der Tigerstuhl auf die Peter-Sloterdijk-Entspannungstasche, Windkarten halfen beim Luftzufächeln und Entschleunigungstüten beim Abbremsen an steilen Hängen. Ein Film im Bauchkino eröffnete neue Seh-Erfahrungen, der Regenhut unterstützte den richtigen Umgang mit trockenen Pflanzen. Die Psssst-Kiste lud zum Innehalten ein, während der Sechs-Fingerhandschuh zarte Hände auf ungewöhnliche Weise erweiterte.
2020 · Get dressed - Kleider machen Leute
16.8.2020 – 31.1.2021
Zu Get dressed! zeigte das Stadtmuseum die Ausstellung Kleider machen Leute der von Herlinde Koelbl.
Die international renommierten Münchner Fotografin widmete sich über einen Zeitraum von vier Jahren intensiv dem Thema Kleidung. Sie porträtierte Menschen in Deutschland und acht weiteren Ländern sowohl in ihrer beruflichen Arbeitskleidung als auch in ihrem privaten Umfeld. Im Zentrum ihres Interesses steht dabei die Verwandlung und Wirkung sogenannter „Uniformen“, ebenso wie das Spannungsfeld zwischen öffentlicher und privater Erscheinung.
Koelbl zeigte eindrücklich, wie Kleidung Körperhaltung, Auftreten und Selbstwahrnehmung verändert: Berufskleidung und Uniformen lassen Menschen oft selbstbewusster und präsenter erscheinen, während die gleiche Person ohne diese äußere Hülle verletzlicher, alltäglicher oder weniger repräsentativ wirken kann.
Seit den 1980er-Jahren entwickelte Herlinde Koelbl in umfangreichen Werkzyklen künstlerische Untersuchungen kultureller, gesellschaftlicher und philosophischer Fragestellungen. Große Aufmerksamkeit erhielt ihre Langzeitstudie Spuren der Macht, 1991–2000, in der sie die Verwandlung von Menschen in politischen und wirtschaftlichen Führungspositionen dokumentierte. In Kleider machen Leute richtete sie ihren Blick auf die Bedeutung von Kleidung als soziales und identitätsstiftendes Medium.
5 Museen - 1 Projekt
Erstmalig richteten die städtischen Museen ein gemeinsames Ausstellungsprojekt aus!
Get Dressed - Das Projekt warf einen multiperspektivischen Blick auf das Kleid, nicht nur in Kunst und Mode, sondern in Gesellschaft, Geschichte, Natur. Es thematisierte das vergängliche, bewegte, absurde und soziale Kleid (Ausstellung mit Werken u.a. von Joseph Beuys, Ulrike Kessl, Pablo Picasso, Dieter Roth, Susanne von Bülow, Roshanak Zangeneh), präsentierte die textile Rauminstallation Tour en L’air der Künstlerin Ursula Neugebauer im Spannungsfeld von Körper, Kleid und Hüllenphänomen, zeigte wie Kleider Identitäten schaffen (Fotografien von Herlinde Koelbl Kleider machen Leute), ging mit der Künstlerin Guda Koster und ihren Kleiderskulpturen auf die Straße, schaute auf das Kleid der Tiere mit Stacheln, Panzer oder Federn, stellt standesgemäße Kleidung aus, entwickelte Ideen zu Hybridität, Identität und Kleidung, Netz und Future Fabric (künstlerische Arbeiten von Studierenden des Fachs Textil der Universität Paderborn), gründete eine Textil-AG mit Schüler*innen, lud mit Designer*innen zum Upcycling ein und sprach über Fair Fashion und DIY.
Stadtmuseum: Kleider machen Leute. Fotografien von Herlinde Koelbl
Residenzmuseum: Standesgemäß. Gemälde aus der Sammlung Stiftung Fürstenberg Eggeringhausen
Städtische Galerie in der Reithalle: Anziehend. Kunst-Kleider und textile Objekte
Kunstmuseum: Tour en l’air – Installation von Ursula Neugebauer, 16.8. - 8.11.2020
Digitales Textildesign - Schnittspezifische Designs, Studierendenarbeiten aus den Gestaltungsseminaren von Nina Lindlahr
Naturkundemuseum: Kleid der Tiere
2020 · Das stille Licht der Stadt – Fotografien von Kalle Noltenhans
22.2. – 19.07.2020
Das Licht in den Fotografien von Kalle Noltenhans besitzt ein großes Spektrum an Spielarten, die in der Dämmerung die Phänomene einer Stadt kaleidoskopartig beschreiben. Es sind ungewöhnliche und überraschende Bilder, in denen uns ein Ort entgegentritt, der nicht von seiner Geschichte oder seinen Flaneuren erzählt, sondern sich dem Betrachter in einer stillen und ungeahnten Poesie offenbart.
Von 1983 bis 2000 hat Noltenhans seine Heimatstadt in "6x6" auf Ektachrome- und Fujichrome Material fotografiert. Die zahlreichen Fotografien, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten und Lichtstimmungen entstanden sind, verdichten sich zu einem Werk geheimnisvoller Anspielungen. Paderborn wird zu einer Stadt, die unbekannte und neue Geschichten erzählt, die dem Betrachter Raum und Angebot schafft, in das stille Licht seltener Momente einzutauchen. Das Stadtmuseum Paderborn zeigte eine Auswahl der Fotografien als eindrucksvolle C-Prints.
